Was macht ein/e Justiz­fachwirt/in?

Im Team mit Richterinnen und Richtern arbeiten, die Geschäftsstelle managen, bei Gericht Protokoll führen, Bürgerinnen und Bürgern Auskunft geben: Deine Arbeit als Justizfachwirtin oder Justizfachwirt ist vielfältig und abwechslungsreich. Du kannst gut organisieren und übernimmst gern Verantwortung? Dann bist du in der Justiz richtig!

Justizfachwirt/in: Einsatzorte

Als Justizfachwirtin oder Justizfachwirt arbeitest du an einem von 125 möglichen Einsatzorte bayernweit, von Aschaffenburg bis Viechtach! Dazu gehören 73 Amtsgerichte, 22 Landgerichte, 3 Oberlandesgerichte, das Bayerische Oberste Landesgericht, 22 Staatsanwaltschaften, 3 Generalstaatsanwaltschaften sowie des Bayerische Staatsministerium der Justiz.

Besonders vielfältige Jobchancen hast du in größeren Städten wie München, Nürnberg, Bamberg und Augsburg.

Wenn du dich weiterbilden und in Vollzeit oder Teilzeit unterrichten möchtest, erwartet dich die Bayerische Justizakademie in Pegnitz (Die 13.000-Einwohner-Stadt liegt in Oberfranken, 37 Zugminuten nordöstlich von Nürnberg). Die Justizakademie lernst du übrigens auf jeden Fall kennen, wenn du Justizfachwirt/in wirst. Denn dort machst du deine Theorie-Lehrgänge und lebst und lernst auf dem Campus.

Ein historisches Gebäude von außen.

In Bayern gibt es drei Oberlandesgerichte: Bamberg, München und Nürnberg (hier im Bild). Ihnen sind 22 Landgerichte und 73 Amtsgerichte zugeordnet.

Justizfachwirt/in: Aufgaben

Du findest Verwaltungsberufe und Büromanagement interessant – aber auch Verantwortung, Spielraum und abwechslungsreiche Aufgaben sind dir wichtig? Dann bist du in der Justiz genau richtig.

Als Justizfachwirtin oder Justizfachwirt arbeitest du im Team mit Richtern/-innen und Rechtspflegern/-innen. Du managst dein eigenes Referat, legst Akten an, kümmerst dich um Fristen und Termine, erledigst den Schriftverkehr und stehst in engem Kontakt zum Beispiel mit Anwaltskanzleien, Behörden und Sachverständigen. Dabei arbeitest du mit Papierakten und mit moderner IT.

Du sorgst dafür, dass alle nötigen Unterlagen für einen Prozess zur Verfügung stehen, alle Beteiligten über Termine informiert sind, Beweisstücke (vom künstlichen Kniegelenk bis zur Tatwaffe in einem Mordprozess) archiviert werden, Zeuginnen und Zeugen ihre Aufwandsentschädigung bekommen, kurz: dass Verfahren und Prozesse zügig und reibungslos ablaufen.

Dabei kannst du deinen Arbeitstag selbständig organisieren und deine Zeit weitgehend frei einteilen.

Wichtige Management-Aufgaben im Überblick:

  • Gerichtsakten führen und Vorgänge in Gerichtsverfahren digital verwalten
  • Fristen berechnen, vermerken und überwachen
  • Schriftverkehr erledigen
  • Schriftstücke (zum Beispiel Urteile) zuordnen und beglaubigen
  • Eilige Aufgaben erledigen, zum Beispiel einen Haftbefehl vorbereiten
  • Auslagen für Zeuginnen und Zeugen und Honorare für Gutachten berechnen

Langweilig wird dir in der Justiz sicher nicht. Denn du kannst immer wieder dein Einsatzgebiet wechseln!

Ein Beispiel: Du startest deine Karriere am Nachlassgericht. Dort verwahrst du Testamente und Erbverträge, bereitest Erbscheine vor, organisierst Testamentseröffnungen und vieles mehr. Nach einigen Jahren wechselt du ans Familiengericht. Hier geht es um Themen wie Ehe und Scheidung, Sorgerecht und Unterhaltspflicht. Grundsätzliche Abläufe sind gleich (zum Beispiel: digitale Akten anlegen und verwalten), doch in alle Fragen rund ums Familienrecht arbeitest du dich neu ein. Wenn du Lust auf Abwechslung hast: Willkommen in der Justiz!

Wenn du bei Gericht Protokoll führst, sitzt du mit auf der Richterbank. Du trägst eine Robe, genauso wie die Richterinnen und Richter. Sie symbolisiert die Würde des Gerichts. Du hast da eine sehr wichtige Aufgabe. Du schreibst auf deinem PC alle wichtigen Angaben und Aussagen mit. Wenn die Richterin, der Staatsanwalt oder die Verteidigerin sich über ein Detail im Prozess informieren wollen, sind sie auf dein Protokoll angewiesen: Nur deine Mitschrift zählt!

Wann geht es weiter in meinem Prozess? Ich bin als Zeugin geladen, aber am Verhandlungstag habe ich einen Arzttermin! Wofür brauche ich einen Erbschein? Du bist die erste Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die Fragen zu ihrem Verfahren, zu Formularen, Anträgen, Terminen und Fristen haben.

Kurz erklärt: E-Akte

Verstaubte Aktenberge? Nein, danke. Die Justiz setzt auf die digitale Verwaltung. Die elektronische Akte, kurz: E-Akte, löst mehr und mehr die Akte aus Papier ab. Sie sorgt für Übersicht auf dem Schreibtisch und vereinfacht viele Abläufe. „Wo liegt denn die Akte XY? Schon wieder beim Kollegen Meier?“ Nein, auf die E-Akte haben alle Berechtigten jederzeit Zugriff. Wichtige Dokumente und Urkunden gibt’s aber weiterhin auf Papier – mit deinem Stempel darauf.

Porträtfoto eines jungen Mannes in Robe. Er hält Akten in der Hand.

Als Justizfachwirtin oder Justizfachwirt musst du gut organisieren können, dich gewandt ausdrücken und offen auf andere zugehen. Im Bild siehst du Benny. An seinem Beruf mag er die Vielfalt, den Freiraum und die Aufstiegschancen. Lern Benny kennen: zur (Foto-)Story

Justizfachwirt/in: deine Stärken!

  • Du kannst gut organisieren?
  • Du liest gern und kannst dich gut ausdrücken?
  • Du bist tatkräftig und übernimmst gern Eigenverantwortung?
  • Du gehst offen und respektvoll auf andere zu?
  • Es macht dir Spaß, Menschen zu unterstützen?

Dann solltest du dich auf jeden Fall für das Auswahlverfahren anmelden: alle Infos und Links zur Bewerbung

Jetzt bewerben
für den Ausbildungsstart 2022

Noch bis 31. Mai 2021 kannst du dich für die Ausbildung in der Justiz (2. Qualifikationsebene) bewerben. Die wichtigsten Infos & Links:

Justizfachwirt/in: Bewerbungsinfo
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