Bilder & Story:
Anna, Justizsekretär­anwärterin

Was wünscht sich Anna im Beruf? Viel Abwechslung, gute Aufstiegschancen und auch Sicherheit. Deshalb hat sie sich für die Ausbildung zur Justizfachwirtin entschieden. Nach eineinhalb Jahren weiß sie: Das ist meine Zukunft! Lern Anna in der Fotostory kennen und erfahre mehr über ihre Justiz-Karriere:

Ohne Worte: Anna im Foto-Interview

Als Justizfachwirtin muss Anna redegewandt sein. Schließlich ist sie für Bürgerinnen und Bürger die erste Anlaufstelle bei allen Fragen rund um Justizformulare oder Gerichtstermine. Dass sie auch ohne Worte viel ausdrücken kann, zeigt sie hier im Foto-Interview:

Dein Gesichtsausdruck, als du zur Ausbildung zugelassen wurdest?

Anna hält glücklich-überrascht die Hände vor den Mund.

Und wieviel Spaß macht deine Ausbildung dir heute?

Anna stemmt einen ziegelsteingroßen Sammelband mit Gesetzestexten hoch.

Justizfachwirtin: ein sicherer Job?

Anna hält ein aufgeklapptes Notebook wie ein schützendes Dach über ihren Kopf.

Was taugt dir mehr, Verwaltung oder Menschen?

Anna hält in einer Hand ein Stempel-Karussell und in der anderen ein Herz aus Papier.

Aufgeregt vorm ersten Protokollführen bei Gericht?

Mit Akten arbeiten: Ist das wirklich so spannend?

Anna drückt einen Aktendeckel ans Herz.
Jetzt bewerben
für den Ausbildungsstart 2022

Noch bis 31. Mai 2021 kannst du dich für die Ausbildung in der Justiz (2. Qualifikationsebene) bewerben. Die wichtigsten Infos & Links:

Justizfachwirt/in: Bewerbungsinfo

Worauf bist du im Job stolz?

Anna legt stolz und selbstbewusst beide Hände aufs Herz.

Verbeamtung: ein bisschen spießig, oder?

Anna springt weit nach oben; nur ihre Beine und Füße sind zu sehen.

Verbeamtung, spießig? Ganz im Gegenteil, findet Anna. „Der Beamtenstatus gibt mir existenzielle Sicherheit, auch ohne Abitur und Studium. Und er sichert meine Unabhängigkeit. Das ist mir als Frau sehr wichtig.“ Mehr erfahren: Vorteile der Verbeamtung

Annas Karrierestart in der Justiz

Nach der Realschule macht Anna eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Danach ist ihr klar:

  1. Büro ist ihr Ding: „Ich bin eine kleine Leseratte“, sagt Anna, „ich mag Papierkram!“
  2. Sie will weiterkommen! Aber wie? Das Abitur nachholen oder noch eine Ausbildung draufsetzen?

„Eine Freundin von mir arbeitet in der Justiz. Sie hat mir die Ausbildung zur Justizfachwirtin empfohlen: wegen der Vielfalt und der Aufstiegschancen.“ Vor der Ausbildung im Öffentlichen Dienst steht der Beamtentest. Anna besteht ihn und wird zur Ausbildung zur Justizfachwirtin zugelassen.

Kurz erklärt: Beamtentest Bayern
  • Vor einer Ausbildung oder einem Studium im Öffentlichen Dienst musst du den Beamtentest Bayern ablegen (offiziell: Auswahlverfahren beim Landesper­sonalausschuss
    kurz: LPA, deshalb nennt man ihn auch LPA-Test).
  • In dem schriftlichen Test werden unter anderem Allgemeinbildung, logisches Denken und Textverständnis geprüft – alles gut machbar.
  • Dein Testergebnis + deine Schulnoten = deine Gesamtnote.
  • Wenn du gut abschneidest, wirst du zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Und wenn du auch dabei überzeugst: kannst du deine Karriere in der 2. oder 3. Qualifikationsebene (früher: mittlerer bzw. gehobener Dienst) starten!

Die Ausbildung ist intensiv. Dafür dauert sie nur zwei Jahre!

Ein Jahr später ist es soweit: Nach einem kurzen Einführungspraktikum packt Anna ihre Koffer und fährt nach Pegnitz an die Bayerische Justizakademie. Dort wohnen und lernen die Anwärterinnen und Anwärter gemeinsam: ein richtiger Campus, ein tolles Miteinander! Drei Theorie-Lehrgänge erwarten die Nachwuchskräfte in Pegnitz, sie dauern jeweils 10 bis 14 Wochen. Nach jedem Lehrgang wenden sie ihr Wissen in der Praxis an, zum Beispiel an einem Amtsgericht oder bei der Staatsanwaltschaft. Die gesamte Ausbildung dauert nur zwei Jahre. Aber sie hat es in sich: „Eine sehr intensive Zeit“, beschreibt Anna. „Man lernt in kurzer Zeit so viel Neues!“

Wie uns das Recht begleitet, von der Geburt bis zum Tod

Wie funktioniert unser Rechtssystem? Was leistet die Geschäftsstelle eines Gerichts oder einer Staatsanwaltschaft? Wie führt man ein Protokoll bei Gerichtsverhandlungen? Wer trägt bei Rechtsverfahren die Kosten? Wie läuft eine Zwangsversteigerung ab? Wer hat Anspruch auf einen Erbteil, wenn ein Angehöriger stirbt? Schritt für Schritt arbeiten sich die Anwärterinnen und Anwärter durch Gesetze und Paragraphen, vom Privatrecht (das begleitet uns von der Geburt bis zum Tod und gilt für den Handykauf genauso wie bei der Ehescheidung) bis zum Strafrecht.

Zwar legen die Richterinnen und Richter die Gesetze aus, aber auch wir Justizfachwirte lernen diese im Laufe unserer Ausbildung kennen und entwickeln so ein Rechtsempfinden.
Anna, angehende Justizfachwirtin

„Ich arbeite unglaublich gern mit Gesetzen ...“

An die juristische Sprache hat Anna sich längst gewöhnt. „Ich arbeite unglaublich gern mit Gesetzen! Vieles ist sehr geradlinig, da weiß man, woran man ist. Die verschiedenen Rechtsgebiete sind super interessant. Man lernt fürs Leben.“

Unterstützung und Wertschätzung

„Die Ausbildung ist anspruchsvoll“, sagt Anna, „man muss am Ball bleiben. Paragraphen sind ein bisschen wie Mathe: ein eigenes Ding. Ich fühle mich gut aufgehoben, man sorgt dafür, dass wir die Anwärterzeit gut durchstehen. Wir merken: Die Lehrkräfte sind engagiert und haben Freude dabei, uns etwas beizubringen. Sie fragen auch persönlich nach, ob es uns gut geht.“ Diese Unterstützung spürt Anna auch im Praxisteil am Amtsgericht: „Die Kollegen sind herzlich und kümmern sich um uns. Dadurch fühlt man sich gleich willkommen und kann sich schnell in den Arbeitsalltag einleben. Ich fühle mich jetzt schon rundum wertgeschätzt.“

Alternativtext	Modernes, langgestrecktes Gebäude mit drei Stockwerken.

Das ist die Bayerische Justizakademie in Pegnitz. Hier sammeln Anwärterinnen wie Anna in mehreren Lehrgängen das theoretische Wissen. Gemeinsam wohnen und lernen: „Das ist in etwa so, wie man sich ein College vorstellt“, beschreibt Anna. „Es bildet sich schnell eine Gemeinschaft, wir gehen zusammen durch Höhen und Tiefen, das schweißt zusammen.“

Justizberufe: spannend und vielfältig

Ihre praktische Ausbildung macht Anna an einem Amtsgericht. Dort arbeitet sie im Team mit Richterinnen und Richtern, Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern. Und sie ist die erste Anlaufstelle für Menschen, die mit der Justiz zu tun haben. „Ich freue mich schon darauf, dass ich nach der Ausbildung mein eigenes Referat bekomme“, sagt Anna. „Dann bin ich für einen eigenen Bereich verantwortlich.“

Hospitationen: viele Einsatzbereiche erleben

Bis dahin unternimmt Anna auch Ausflüge in andere Einsatzbereiche. Das nennt man: Hospitationen. „Ich war schon mit einem Gerichtsvollzieher unterwegs. Oder man begleitet einen Richter in einem Betreuungsfall zum Ortstermin in ein Krankenhaus – oder einen Rechtspfleger, der eine Wohnung versiegelt, um einen Nachlass zu sichern.“ Auch bei einem Besuch in einer Justizvollzugsanstalt gewinnen die Anwärterinnen und Anwärter tiefere Einblicke und können ihre eigenen Stärken und Interessen ausloten.

Justizfachwirtin: Anna, warum ist das DEIN Beruf?

„Die Ausbildung ist sehr, sehr hochwertig ." Die Themen sind so interessant, vieles ist spannend, aufregend, ich lerne viel fürs Leben. Und man ist in der Justiz unheimlich um den Nachwuchs bemüht. Ich fühle mich hier als Person angekommen und angenommen“, beschreibt Anna. „Uns wird viel zugetraut, wir dürfen Verantwortung übernehmen. Und in der Justiz findet jeder eine Aufgabe, die Spaß macht, ob im Grundbuchamt oder in der Strafabteilung.“ Anna holt kurz Luft und bringt die Vorteile für sich auf einen Punkt: „In der Justiz gehe ich richtig auf!“

Annas Check-Box: Justizfachwirt/in
  • Starke Ausbildung an der Akademie und in der Praxis
  • Spannende Themen, voll das Leben!
  • Vertrauen und Verantwortung
  • Vielfalt und Aufstiegschancen
  • Hohe Wertschätzung für dich als Person
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